Für die Bewohner von Thann bedeuten die Weinberge ein beträchtliches
Einkommen. Schon ab dem 15. Jahrhundert beschließen sie,
Wächter zu wählen, die die Weinberge und die Äcker in der Gegend überwachen sollen.
Diese Wächter nennt man «Bannwarth» auf Deutsch, «Bangert» auf Elsässisch, und sie wurden als «bangard» ins Französiche übersetzt.
Jedes Jahr werden unter den
Bürgern
4
Bannwarte gewählt, einen
pro Gilde. Dieser Auftrag wird
als Ehre betrachtet und man muss dieses Amt ausgeübt haben, um im Stadtrat sitzen zu können.
Diese Einrichtung besteht seit 1483 : seit diesem Datum sind die Namen der Bannwarte bekannt.
Ein Jahr lang haben sie die Aufgabe, das Weinbaugebiet
Thanns, Alt-Thanns und Leimbachs zu überwachen. Zur Verfügung haben sie eine Hütte, die sie bewohnen, um ihren Auftrag besser ausführen zu können: Bewachung der Felder und der Weinberge, Instandhaltung der Pfade, und Aufspüren von Waldbränden.
Der Tradition nach müssen sie am Ende ihres Mandates eine entweder auf Holz bemalte oder in Sandstein eingeritzte Bannwart-Tafel erstellen lassen. Zur Zeit werden 15 Holztafeln
im Heimatsmuseum der Freunde Thanns aufbewahrt, während 27 Sandsteintafeln in der Hütte geblieben sind. Darauf stehen die Namen der Bannwarte, das Symbol ihrer Gilde sowie eine Schrift, die die wichtigen Ereignisse, die das Jahr ihres Mandates geprägt haben, zusammenfasst.